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15. Oktober 2013/00:00 Uhr

Große Strasse wird durch Kran zu einem Nadelöhr

 

Ein mobiler Kran baute am Montag den 47 Meter hohen Turmkran in der Großen Straße auf. Dafür war diese ab dem Elsabrunnen gesperrt. FOTO: Evers

 

Kleve. Neben der Schwanenburg ragt ein 47 Meter hoher Turmkran aus der Fußgängerzone empor. Um 250 Quadratmeter soll die H&M-Filiale mit Hilfe des Krans erweitert werden. Kosten: hoher sechsstelliger Betrag. Von Ludwig Krause

Sachte drückt der Kranführer den kleinen Joystick auf seiner Fernbedienung zur Seite. Der mobile Kran setzt sich zischend in Bewegung, schwenkt mit seinem Arm über die Dächer der Klever Innenstadt. An ihm befestigt hängt das Betonfundament eines großen Turmkrans, den die Schwanenstadt so wohl auch nicht alle Tage zu sehen bekommt.

Das Interesse der Menschen in der Fußgängerzone: dementsprechend groß. Sie bleiben minutenlang stehen, diskutieren, sprechen die Bauarbeiter an. "Der Kran wird für die Erweiterung des H&M-Geschäfts aufgebaut", sagt Bauleiter Guido Vermeegen von der Firma Reppco. Und der ist so groß, dass Stefanie Hammer vom Eigentümer des H&M Gebäudes, der Rudolf Hammer Filmetheater GmbH & Co. KG, ordentlich ins Schwitzen kommt. "Der Kran ist 47 Meter hoch. Auch ein Mitarbeiter der Baufirma hat mir gesagt, dass er das so noch nicht realisiert hat", sagt Hammer.

Seit Frühling sei die Erweiterung des Geschäfts in Planung, sagt Christiane Behrens, Architektin bei Reppco. Das Unternehmen zeichnete bereits für das ursprüngliche H&M-Geschäft in Kleve verantwortlich. "Der Kran muss so hoch sein, dass er über die Bäume der Schwanenburg hinausreicht. Nur so kann er seine Kreise ziehen. Da muss alles Zahn in Zahn laufen ", sagt Behrens.

Statik und Höhe des Turms ließen dabei nur eine Installation auf der Großen Straße zu. Für die umliegenden Geschäfte hieß das, einen Tag lang zu improvisieren. Am Freitag wurden sie mit einem Rundschreiben über den Aufbau informiert, gestern war seit 5 Uhr morgens der Teil der Fußgängerzone zwischen Elsabrunnen und H&M komplett gesperrt. Fußgänger wurden durch einen schmalen Gang an der Baustelle vorbei geschleust, der Klever City-Train musste einen Umweg in Kauf nehmen und ab der Neuen Mitte aus der Fußgängerzone herausfahren. "Wenn der Kran am Dienstag fertig aufgebaut ist, kommt der City-Train auch wieder problemlos durch", sagt Christiane Behrens. Dann soll das Nadelöhr wieder deutlich kleiner ausfallen und die umliegenden Geschäfte nicht mehr direkt betroffen sein.

Die Filiale des Textilunternehmens H&M erhält insgesamt 250 Quadratmeter an Verkaufsfläche hinzu. Damit liegt die Gesamtverkaufsfläche des Geschäfts knapp unter 2000 Quadratmetern. Der neue Teil wird zweigeschossig im hinteren Bereich des Geschäfts angebaut. "Bei der Kette spricht man dann vom Vollsortiment. Das ist schon ein verhältnismäßig großes Geschäft", sagt Christiane Behrens. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es in Kleve stehe – und nicht etwa in Köln oder Düsseldorf.

Seit zehn Jahren ist H&M hier vertreten, auch Ute-Schulze Heiming vom Klever Stadtmarketing freut sich über den Ausbau. "Für Kleve ist das eine tolle Sache, dass das Unternehmen dem Standort so viel Vertrauen schenkt. So wird die Innenstadt für Besucher noch attraktiver", sagt Schulze-Heiming. "Wir wollen mit dem Bau so früh wie möglich fertig sein, allerdings hängt das natürlich auch vom Winter ab", sagt Thomas Euwens, Architekt bei Reppco. Die Kosten dafür liegen im hohen sechsstelligen Bereich.

Quelle: RP