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8. November 2013 | 00.00 Uhr
Kleve
So wird Kleves Klimaschutzsiedlung

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Stellten die Pläne vor (v. l.): Jürgen Rauer und Klaus Keysers (Stadt Kleve), Christiane Behrens und Thomas Euwens (Reppco), Kämmerer Willibrod Haas, Phillipp von der Linde (Empfehlungskommission), Architekt Ernst Willemsen. FOTO: Evers

Kleve. Verwaltung und Architekten stellen die Pläne für das Neubaugebiet Mühlenberg vor. Reihen- und Mehrfamilienhäuser dominieren. Alles im Passivhausstandard. Haas sieht möglichem Gerichtsprozess um VfB-Platzhaus gelassen entgegen. Von Marc Cattelaens
Die Vermarktung von Kleves Vorzeigeprojekt kommt einen weiteren Schritt voran. Gestern stellten Vertreter der Stadtverwaltung und die beteiligten Architekten die Pläne für die Klimaschutzsiedlung Mühlenberg zwischen Merowinger- und Stadionstraße vor.
Das Areal des ersten Bauabschnitts ist in acht Baufelder aufgeteilt. Zwei davon (die Felder 4 und 5) sind für private Bauherren reserviert. Die Baufelder 1, 2, 3 und 7 hat der Klever Stadtrat an Reppco Architekten aus Kleve vergeben. Baufeld 6 wird vom Planungsteam Weber/Willemsen/Schäfer bebaut.
Die Entwürfe im Detail: Christiane Behrens vom Architektenbüro Reppco hat für die Baufelder 1 und 2, direkt an der Merowingerstraße, zwölf klassische Reihenhäuser mit insgesamt 64 Wohneinheiten und Tiefgarage geplant. Die Häuser mit einer Wohnfläche von rund 100 Quadratmetern und einer Ausbaureserve von 30 Quadratmetern unterm Dach eignen sich laut Behrens bestens für Familien mit zwei Kindern. Sie verfügen über einen Aufzug. "Dazu gehören größere Grundstücke mit einem Gartenhäuschen", sagt Behrens.
Die Reihenhäuser kosten mindestens jeweils 220 000 Euro. Auf dem Baufeld 3, von der Merowingerstraße die Stadionstraße hoch, errichtet Reppco, so Behrens, "ganz besondere Stadthäuser" in Hanglage, die einen Höhenunterschied von fast fünf Metern überwinden und eine Garage aufnehmen. Es handelt sich um neun Wohneinheiten. Für das Baufeld 7 oben an der Stadionstraße sieht Reppco drei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 30 Wohneinheiten und einer Tiefgarage vor.
Weber/Willemsen/Schäfer erstellt auf dem angrenzenden Baufeld 6 auf 1800 Quadratmetern sieben Wohneinheiten als 130 bis 185 Quadratmeter große Reihenhäuser. Sie sind auf einer Holzständerrahmenkonstruktion errichtet. Gebäudehülle und Energietechnik sind vorgegeben; den Grundriss darf der Käufer frei wählen. "Wir streben beim Bau einen möglichst hohen Eigenleistungsanteil an", betont Architekt Ernst Willemsen aus Kranenburg. So sollen vier Wohneinheiten an eine "Bauherren-Selbsthilfegruppe" vergeben werden, die Eigenleistungen in Höhe von 30 000 Euro pro Wohneinheit vornimmt. Schlüsselfertig soll ein Reihenhaus 300 000 bis 320 000 Euro kosten.
Alle Häuser im Klimaschutzgebiet Mühlenberg werden Passivhäuser sein. Reppco arbeitet mit einer Nahwärmezentrale, die mehrere Häuser im Verbund mit Wärme versorgen soll. Auf dem Dach befinden sich Solar- und Photovoltaikmodule. "Wer zu dieser Technik Fragen hat, kann gerne zu den Tagen des Passivhauses am kommenden Wochenende jeweils von 11 bis 15 Uhr in unserer Büro kommen", sagt Behrens.
Für das Baufenster 8, so Kämmerer Willibrord Haas, sei bislang "noch kein ansprechender Entwurf" vorgelegt worden. Alle Entwürfe werden am Montag, 25. November, ab 19 Uhr im Kolpinghaus Kleve vorgestellt.
Der Streit um die Lastenfreimachung des Grundstücks an der Stadionstraße 43, das noch dem 1. FC Kleve gehört, aber bereits von der Stadt für die Klimaschutzsiedlung vermarktet wird, gärt indes weiter. Zuletzt hatte der Verein angekündigt, das Thema notfalls vor Gericht klären zu lassen. Darauf angesprochen, zeigte sich Kämmerer Haas gestern unbeeindruckt. "Falls es dazu kommt, sehe ich dem ganz gelassen entgegen. Es besteht kein Einzelanspruch Dritter an Auszahlung von Haushaltsmitteln."
Quelle: RP